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Reporting

Die 9 KPIs, die im B2B-Telemarketing wirklich zählen

Markus Heinrich
8 Min. Lesezeit
12. Januar 2026
Die 9 KPIs, die im B2B-Telemarketing wirklich zählen

Von Net-Connect-Rate bis Cost-per-SQL — welche Zahlen Sie monatlich auf dem Dashboard sehen sollten.

Warum die meisten Telemarketing-Reports unbrauchbar sind

"Wir haben diese Woche 2.500 Anrufe getätigt." — Was sagt diese Zahl aus? Nichts. Wer Telemarketing als Investment versteht, braucht Kennzahlen, die Effizienz, Qualität und ROI abbilden. Hier sind die 9 KPIs, die wir mit jedem Kunden monatlich besprechen.

1. Anwahlversuche (Dial Attempts)

Was es misst: Die schlichte Anzahl gewählter Telefonnummern, inklusive Mailbox, besetzt, kein Anschluss.

Wofür wichtig: Aktivitätsindikator und Datenqualitäts-Indikator. Wenn die Anwahlversuche stark steigen, aber die Net-Connects nicht — dann stimmt etwas mit der Datenqualität nicht.

Benchmark: Ein Vollzeit-Agent kommt auf 80–120 Anwahlversuche pro Tag.

2. Net-Connect-Rate

Was es misst: Anteil der Anwahlversuche, bei denen tatsächlich eine reale Person erreicht wird (nicht Mailbox, nicht Vorzimmer-Brick-Wall).

Berechnung: Net-Connects ÷ Anwahlversuche × 100

Benchmark: 18–25 % bei guter Datenqualität. Unter 10 % deutet auf veraltete Daten oder falsche Anrufzeiten hin.

3. Decision-Maker-Reach (DMR)

Was es misst: Anteil der Net-Connects, bei denen tatsächlich der Entscheider ans Telefon geht.

Berechnung: DM-Connects ÷ Net-Connects × 100

Benchmark: 35–55 %, abhängig von Hierarchieebene des Zielentscheiders. Geschäftsführer in mittelständischen Unternehmen erreicht man in ca. 40 %, IT-Leiter in 50–60 %.

4. Durchschnittliche Gesprächsdauer

Was es misst: Sekunden pro echtem Entscheider-Gespräch.

Wofür wichtig: Qualitätsindikator. Wenn Gespräche unter 90 Sekunden bleiben, kommt der Mehrwert nicht rüber. Wenn sie über 8 Minuten gehen, fehlt vermutlich Struktur im Skript.

Benchmark: 4–6 Minuten pro qualifiziertem Gespräch.

5. Termin-Conversion-Rate

Was es misst: Anteil der DM-Gespräche, die in einen vereinbarten Folgetermin münden.

Berechnung: Vereinbarte Termine ÷ DM-Gespräche × 100

Benchmark: 15–28 %, abhängig von Komplexität des Angebots und Reife der Zielgruppe.

6. Show-up-Rate

Was es misst: Anteil der vereinbarten Termine, die tatsächlich stattfinden (Kunde erscheint, Termin wird nicht abgesagt).

Berechnung: Stattgefundene Termine ÷ Vereinbarte Termine × 100

Benchmark: 75–88 %. Unter 70 % deutet auf zu schwache Vorqualifizierung oder fehlende Bestätigungs-Loops hin.

Tipp: Mit doppelter Bestätigung (per E-Mail + 24h-Erinnerung per Telefon) lässt sich die Show-up-Rate um 8–12 Prozentpunkte heben.

7. SQL-Conversion (Vorqualifizierter Termin → echter Sales-Qualified-Lead)

Was es misst: Anteil der stattgefundenen Termine, in denen der Außendienst nach dem Erstgespräch einen ernsthaften Bedarf bestätigt.

Berechnung: Bestätigte SQLs ÷ Stattgefundene Termine × 100

Benchmark: 60–80 %. Niedrige SQL-Conversion deutet auf zu lockere Termin-Definition hin.

Wichtig: Diese KPI bringt das Telemarketing-Team mit dem Außendienst in einen gemeinsamen Verantwortungsraum.

8. Pipeline-Wert pro Termin (PV/T)

Was es misst: Durchschnittlicher Auftragswert der Pipeline-Opportunities, die aus den Terminen entstehen.

Berechnung: Σ Pipeline-Wert ÷ Anzahl SQLs

Benchmark: Stark branchenabhängig. Beobachten Sie den Trend über 3 Monate — ein sinkender PV/T deutet auf Drift in der Zielgruppen-Wahl hin.

9. Cost-per-SQL (CPS)

Was es misst: Vollkosten pro echten Sales-Qualified-Lead — die einzige KPI, die den ROI in einer Zahl bündelt.

Berechnung: (Kampagnen-Kosten gesamt) ÷ Anzahl SQLs

Benchmark: Stark branchen- und volumenabhängig. In B2B-Bereichen mit Auftragswerten ab 20.000 € liegen wir typischerweise bei 380–650 € pro SQL.

Faustregel: CPS sollte unter 5 % des durchschnittlichen Auftragswerts liegen, damit Telemarketing wirtschaftlich Sinn macht.

Wie Sie diese KPIs operativ nutzen

Wöchentlicher Standup mit dem Telemarketing-Team:

  • Anwahlversuche, Net-Connects, DMR — Aktivität und Datenqualität
  • Termin-Conversion — Skript- und Argumentationsqualität

Monatlicher Review mit Vertriebsleitung:

  • Show-up-Rate — Übergabe-Qualität
  • SQL-Conversion und PV/T — Pipeline-Beitrag
  • CPS — ROI-Indikator

Quartalsweise mit Geschäftsführung:

  • Trends aller 9 KPIs
  • Korrelation Pipeline-Wert mit abgeschlossenen Deals
  • Kampagnen-Optimierungen für nächstes Quartal

Fazit

Telemarketing wird erst dann zum planbaren Vertriebsmotor, wenn Sie es wie ein Performance-Marketing-Kanal messen. Diese 9 KPIs sind das Mindest-Set, das Sie wöchentlich, monatlich und quartalsweise im Blick haben sollten. Wenn Ihr aktueller Dienstleister Ihnen diese Zahlen nicht liefert — dann liefert er Ihnen kein professionelles Telemarketing.